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Allgemein

ADHS- und Autismus-Diagnose für Erwachsene in der Schweiz

Wie du als Erwachsene:r in der Schweiz eine ADHS- oder Autismus-Diagnose bekommst: Ablauf, Anlaufstellen, Kosten und was die Krankenkasse zahlt.

14. Juni 2026 · 7 Min. Lesezeit

ADHS- und Autismus-Diagnose für Erwachsene in der Schweiz

Eine offizielle Abklärung schafft Klarheit – und ist die Voraussetzung für Therapie, Medikation und gegebenenfalls Anpassungen am Arbeitsplatz oder beim Fahren. Dieser Wegweiser zeigt dir, wie der Weg in der Schweiz konkret aussieht.

Der typische Ablauf

  1. Hausärztliche Erstabklärung – Überweisung zur Fachperson.
  2. Psychiatrische oder neuropsychologische Diagnostik – mehrere Termine mit Anamnese, Fragebögen (z. B. ADOS-2, ADI-R, DIVA-5) und Verhaltensbeobachtung.
  3. Befundbesprechung – schriftlicher Bericht mit Diagnose und Empfehlungen.

Plane realistisch 3 bis 9 Monate ein – je nach Region und Wartezeit.

Anlaufstellen nach Region

  • Zürich: Psychiatrische Universitätsklinik (PUK), Spezialsprechstunden für Erwachsene mit ADHS/Autismus.
  • Bern: UPD Bern, Autismus-Sprechstunde.
  • Basel: UPK Basel.
  • Westschweiz: CHUV Lausanne, HUG Genf.
  • Tessin: OSC (Organizzazione sociopsichiatrica cantonale).

Daneben gibt es niedergelassene Psychiater:innen und Neuropsycholog:innen mit entsprechender Spezialisierung.

Kosten und Krankenkasse

Die Diagnostik wird über die Grundversicherung abgerechnet, sofern sie ärztlich angeordnet ist. Du zahlst Franchise und Selbstbehalt. Neuropsychologische Tests bei nicht-ärztlichen Anbietern brauchen oft Zusatzversicherung oder Selbstzahlung (CHF 1'500–3'500).

AuDHS – wenn beides zutrifft

Viele Erwachsene erhalten erst eine Diagnose und Jahre später die zweite. Sprich aktiv an, wenn du Hinweise auf beides hast – siehe auch unser Artikel zu AuDHS bei Erwachsenen.

Vor der Diagnose: Selbsteinschätzung

Unsere Online-Checks sind keine Diagnose, helfen dir aber, gezielt ins Gespräch zu gehen:

Nach der Diagnose

  • Therapie (Verhaltenstherapie, Coaching, ggf. Medikation)
  • Anpassungen am Arbeitsplatz (IV-Beratung, Job Coach)
  • Fahrtauglichkeit: bei AuDHS und unter Medikation kann eine verkehrsmedizinische Abklärung sinnvoll sein.